Nachfolge ist kein Projekt, sondern ein Prozess
Fast jede Übergabe, an der ich beteiligt war, begann mit demselben Satz: "Wir wollten das eigentlich schon früher angehen." Das ist keine Ausnahme, das ist der Normalfall. Nachfolge wird selten aufgeschoben, weil sie niemandem wichtig wäre — sondern weil sie sich wie ein Termin behandeln lässt, den man notfalls verschieben kann. Das funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert.
Der Fehler liegt im Wort "Projekt"
Ein Projekt hat einen Start, ein Ende und einen Plan dazwischen. Eine Nachfolge hat das nicht. Sie verändert sich, während sie läuft: Kinder entscheiden sich um, Führungskräfte verlassen das Unternehmen, der Markt macht einen Strich durch die ursprüngliche Idee. Wer Nachfolge wie ein Projekt plant, ist beim ersten Abweichen vom Plan aufgeschmissen.
Die Frage ist nicht "Wer übernimmt?", sondern "Welche Verantwortung kann diese Person heute schon tragen — und welche erst in drei Jahren?"
Was tatsächlich zuerst geklärt werden muss
Bevor über Anteile, Notar oder Steuerfragen gesprochen wird, lohnt sich eine ehrlichere erste Frage: Ist das Unternehmen in einem Zustand, den man überhaupt übergeben kann? Hängt zu viel Wissen an einer Person? Gibt es Entscheidungen, die seit Jahren nur deshalb richtig liefen, weil der Inhaber sie aus dem Bauch heraus getroffen hat? Diese Fragen sind unbequem. Sie sind aber deutlich billiger zu beantworten als eine gescheiterte Übergabe.
Eine gute Nachfolge beginnt nicht mit einem Übergabevertrag, sondern mit der Übergabe einzelner, kleiner Entscheidungen — so früh, dass noch Zeit bleibt, daraus zu lernen.
Wenn die Nachfolge bei Ihnen im Raum steht, aber noch nicht greifbar ist: Ein unverbindliches Gespräch hilft oft schon, den ersten konkreten Schritt zu finden. Kontakt aufnehmen →